Der Begriff des "Metaxy"

In der antiken griechischen Philosophie, beispielsweise bei Anaximander, wird der Begriff mit unterschiedlichen Bedeutungen verwendet und von Aristoteles sytematisiert. "Metaxy" bedeutet übersetzt so viel wie 'zwischen', 'inzwischen', 'während' und ist synonym mit dem lateinischen 'inter'. Dem Bereich des Metaxy kommt sowohl in der Philosophie als auch in der Theologie eine fundamentale Bedeutung zu. Von alters her hat der Mensch sich mit dem Begriff des "Metaxy" ('Zwischen') auseinandergesetzt, sei es in den Erscheinungen als "Zwischen" zwischen Geburt und Tod, zwischen Materie und Geist, zwischen Gut und Böse, zwischen Bewusstsein und Unbewusstsein - um nur einige Beispiele zu nennen. Im religionshistorischen Kontext bezieht sich die "Theologie des Mittlertums" auf die Mitte als ausgezeichneten Erlebnis- und Gestaltungsmodus des Metaxy. Die Mitte kann sich darstellen in Form eines Mittlers zwischen Mensch und Gott, sei es im Sinne von kosmisch-soteriologischen Mächten (Mittler-Mächten), menschlichen oder göttlichen Mittlern (z.Bsp. als Dämon, Mithra, als Engel, Hermes, Moses, Jesus, Logos, usw.).In der neueren Philosophie ist der Begriff wieder stärker thematisiert worden, beispielsweise durch Kierkegaard, Scheler oder Buber.

1 s.dazu mit umfangreicher Literaturangabe: Theodor Klauser (Hg), Reallexikon für Antike und Christentum. Stuttgart: Hiersemann.
Artikel "Geister (Dämonen)" in Bd.4 (1959), Artikel "Engel" in Bd.V (1962).