Die Eskalationstheorie

 und die jüngsten militärischen Auseinandersetzungen Israels mit dem Gazastreifen

(erschienen in Jüdische Zeitung, Mai 2013)

Der amerikanische Politikwissenschaftler Richard Lebow spricht in seinem Werk Between Peace and War (1981) die Natur politischer Eskalationsprozesse an. Wenn politische Führer begrenzte Gewalt einsetzen, sogenannte „Limited force operations“, geschieht dies nicht selten, um bewusst eine Krise herbeizuführen mit dem Zweck, den Gegner zu einem Gegenschlag zu provozieren. Der militärische Schlag des Gegners gibt dem Initiator der Gewalttätigkeiten die Gelegenheit, die Schuld für den Beginn der Auseinandersetzungen dem Gegner in die Schuhe zu schieben (S. 23ff).

Der Einsatz begrenzter Gewalt ist bis heute ein vorrangiges Instrument der Konflikteskalation in der israelischen Kriegsstrategie gewesen. Allen Kriegen Israels mit seinen Nachbarn – mit Ausnahme des Jom-Kippur-Kriegs – ging der Einsatz begrenzter Gewalt als Eskalationsmittel voraus (vgl. Maoz, Defending the Holy Land, S. 297; s.a. Die Taktik des Schlamasel oder Defending the Holy Land).

Die israelischen Angriffe auf Gaza zum Jahreswechsel 2008/2009 folgten nach offizieller israelischer Darstellung dauernden Angriffen aus dem Gazastreifen: „Eine Viertelmillion israelischer Bürger wird seit acht Jahren unaufhörlich von palästinensischen Terroristen aus dem Gaza-Streifen mit Tausenden von Raketen beschossen. Vor einer Woche hat die Hamas entschieden, die von Ägypten vermittelte Waffenruhe der letzten Monate endgültig zu zerstören.“ (Presseerklärung der israelischen Botschaft in Berlin, 29.12.2008)

Eine andere Sichtweise vermittelt die israelischen Menschenrechtsorganisation ICAHD : „Israel und Hamas stimmten (mit ägyptischer Vermittlung) einer Waffenruhe zu. Vereinbart wurde die (zumindest teilweise) Öffnung der Grenzübergänge nach Gaza als Gegenleistung für eine Beendigung des Raketenbeschusses auf Israel. Hamas hielt sich weitgehend, wenn auch nicht voll und ganz, an das Abkommen; Israel fast gar nicht. Gezielte Tötungen aus der Luft wurden fortgesetzt und Anfang November, am Tag der amerikanischen Präsidentschaftswahl, wurden die Tunnel angegriffen, wodurch eine Anzahl Hamasangehöriger getötet wurden (die Tunnel stellten eine Alternative der Versorgung Gazas dar, da offene Grenzen fehlten – die im Übrigen auch eine Kontrolle über Waffenbewegungen ermöglicht hätten). Hamas setzte den Raketenbeschuss wieder in Gang und das Waffenruhe-Abkommen brach.“ (9.1.2009)

Anfang April 2013 wurde die seit dem israelischen Bombardement auf Gaza vom November 2012 eingehaltene Waffenruhe gebrochen. Von israelischer Seite heißt es dazu: “Palästinensische Terroristen aus dem Gazastreifen haben am Dienstag drei Mörsergranaten auf israelisches Gebiet abgefeuert. Eine der Granaten explodierte im Bezirk Eshkol. In der Nacht zum Mittwoch haben die israelischen Verteidigungskräfte (ZAHAL) daraufhin im nördlichen Gazastreifen Ziele angegriffen, die als Basis für terroristische Aktivitäten dienen.“ (Israelische Botschaft Berlin, nach Haaretz, 3.4.13).

Eine palästinensische Stellungnahme sagt dazu: Es ist zwar richtig, dass Israel zum ersten Mal seit November letzten Jahres Luftangriffe fliegt. Doch wer die Ereignisse vor Ort seit dem zwischen Israel und der Hamas im November vereinbarten Waffenstillstand kontinuierlich verfolgt, weiß, dass ein Waffenstillstand anders aussieht. „Von Ende November bis Ende Februar tötete Israel im Gaza-Streifen vier Palästinener und verletzte 91. Seit dem Waffenstillstand schossen israelische Soldaten 63 Mal auf palästinensische Zivilisten und 30 Mal griff die israelische Marine palästinensische Fischer an. Nicht zuletzt, insgesamt 13 Mal drangen israelische Truppen in den Gaza-Streifen ein.“ (Palästinensische Mission Berlin, Newsletter v. 3.4.2013)

Zwei Narrative – ein israelisches und ein palästinensisches - begleiten den Konflikt von Anfang an, und nicht selten wurde und wird ungeprüft ein Narrativ übernommen. Eine Annäherung der beiden unterschiedlichen Ansichten wäre durch eine kritische Verfolgung der Darstellungsweisen sowie durch eine offene, sachliche und kritisch hinterfragte Berichterstattung möglich. Eine einseitige unkritische Parteinahme verstärkt hingegen die feindlichen Fronten. Einseitigkeit kann den Konflikt verlängern, bis er möglicherweise explosiv zur Lösung drängt. Solidarität muss nicht zwangsläufig Parteilichkeit bedeuten. Aber eine zwanghafte Solidarität verlässt den Pfad geistiger Verbundenheit und betreibt Götzendienst.

 

 

"Say Goodbye to the Jewish National Fund"

- Der Jüdische Nationalfonds gerät zunehmend in die Kritik -

(erschienen in Jüdische Zeitung, Feb 2013)

Say Goodbye - diese Aufforderung zur Abkehr vom Jüdischen Nationalfonds (JNF oder nach der hebräischen Bezeichnung Keren Kajemet LeJisrael KKL) stammt nicht von der pro-palästinensischen Initiative „Stop the JNF“. Sie stammt auch nicht von „linken“ israelischen Friedensgruppen, wo man sie durchaus vermuten könnte. Uri Avnery, Gründungsmitglied von Gush Shalom und ehemaliger Knessetabgeordneter, forderte vor 15 Jahren öffentlich, den JNF abzuschaffen und er wiederholt 2013: „Der Jüdische Nationalfonds gehört boykottiert“. Nein, der Aufruf ist der Titel eines Artikels der eher konservativen israelischen Tageszeitung Jerusalem Post. Sein Verfasser, Militärberichterstatter Eric Schechter, liefert die Begründung auch gleich im Untertitel: „Weil der Staat Israel sich nicht an Diskriminierung beteiligen darf“ (8.5.2007). Die langjährige diskriminierende Politik des JNF hatte in Israel zu heftigen, 2007 vor Gericht ausgetragenen Kontroversen geführt, die auch in der deutschen Presse verfolgbar waren (Jüdische Allgemeine 2.8.2007).

Der Jüdische Nationalfonds zeigte damals wie heute wenig Verständnis für die Vorwürfe der Diskriminierung.i Die Kritik wurde daher lauter, nicht nur in Israel. Die Folgen zeigten sich für den JNF auch in finanziellen Einbußen. Der Jewish Telegraph in Großbritannien berichtete im vergangenen Jahre von einem dramatischen Spendenrückgang für den JNF-UK. Allein im Jahr 2011 seien die Einnahmen um 50% zurückgegangen (11.10.12).

In Großbritannien ist die Kritik am Jüdischen Nationalfonds mittlerweile so stark angestiegen, dass Bestrebungen zur Aberkennung der Gemeinnützigkeit – wie sie auch in anderen Ländern zu beobachten sind – von Politikern mitgetragen werden. Die Partei der britischen Grünen schloss sich dieser Forderung im März vergangenen Jahres an. Deren Abgeordneter Terry Gallogly sieht den eingeschlagenen Weg als „eine Botschaft an den JNF, dass seine Tage gezählt sind. Der Status der Gemeinnützigkeit wird für Landraub und Rassismus gegenüber Palästinensern missbraucht, das werden wir in Großbritannien nicht dulden“, so Gallogly laut Jewish Chronicle. (1.3.12)

Außer der Gemeinnützigkeit wird auch die Rechtmäßigkeit der Bezeichnung des Jüdischen Nationalfonds als einer NGO (Nichtregierungsorganisation) von seinen Kritikern in Frage gestellt. Durch die enge Zusammenarbeit des JNF mit staatlichen Einrichtungen ist der Eindruck einer halbstaatlichen Organisation entstanden. 1961 hatten sich der Staat Israel und der Nationalfonds vertraglich darauf geeinigt, die Verwaltung des sogenannten “Israel-Land” (Land in Staatsbesitz und Land im Besitz des JNF) der neugegründeten staatlichen “Israel-Land-Administration” (ILA) zu überlassen. Die Regierung verpflichtete sich, vor der Ernennung des Direktors der Land-Administration den JNF, der nahezu 50 % des ILA-Vorstandsgremiums besetzt, zu konsultieren. Laut Vertrag wird der Staat dem JNF “die Hände stärken bei der Erfüllung seiner Mission, das Land aus seinem desolaten Zustand [desolation] zu befreien”. Woher die Trostlosigkeit stammt, deutet der oben genannte Militär-Berichterstatter den Lesern der Jerusalem Post an: “1948 verkaufte der Staat dem Nationalfonds über eine Million Dunam (ca. 250.000 Morgen), das von arabischen Dörfern stammte. Der Verkauf war illegal, denn der Staat war nicht der Besitzer des Landes, das er abstieß . Aber aus dem JNF hat sich niemand beschwert.”

Vielen jüdischen Bürgern in und außerhalb Israels ist die Kritik am Jüdischen Nationalfonds angesichts der erholsamen Park- und Waldanlagen, die allen Bewohnern Israels und Touristen aus aller Welt zugänglich sind, sowie angesichts der Klimaverbesserungen, die sie bewirken, vollkommen unverständlich. Aber auch diejenigen, die den weniger schönen Seiten des JNF begegnet sind, tun sich mitunter schwer mit einer Kritik. Vielen Älteren, die mit der legendären blauen Sammelbüchse des JNF/KKL aufgewachsen sind, geht es so wie Sylvia Rothschild, Rabbinerin an der Wimbledon & District Synagogue in London: “Ich liebte diese Büchse, denn sie symbolisierte, dass alle Juden Teil des Landes Israel waren”. Aber ihre Gefühle haben sich geändert, berichtet sie dem Jewish Chronicle: “Der JNF nennt sich zwar Israels führende humanitäre und umweltschützende Wohlfahrtsorganisation, aber bei der Erschließung des Negev ignoriert er die Gemeinschaft der Beduinen und nimmt ihnen das Land weg, das ihren Vorfahren gehörte”. Mögen die Besitzverhältnisse durch die Uneinheitlichkeit von beduinischem, ottomanischen, britischem Mandats- sowie israelischem Recht noch so kompliziert sein, die ethische Variante habe immer Vorrang (24.4.12).

Ähnlich wie der Rabbinerin aus London geht es auch einigen jüdischen Bürgern in der Schweiz, die sich zu einer “Ad-hoc-Arbeitsgruppe al Arakib” zusammengeschlossen haben. Die Gruppe leistet moralische Unterstützung für das Beduinendorf Al-Arakib, das in der jüngsten Vergangenheit vierzig Mal durch Planierraupen des Jüdischen Nationalfonds zerstört wurde. Auch sie sind als Kinder begeistert mit “der blau-weißen Büchse Spenden für den Keren Kayemet Leisrael (KKL) bei den jüdischen Familien sammeln gegangen”, teilen sie der jüdischen Zeitschrift Tachles mit (16.11.12). Der Gruppe liegt “die Entwicklung Israels am Herzen – aber nicht auf Kosten der nichtjüdischen Bevölkerung.”

Angesichts der wiederholten brutalen Zerstörungen durch den JNF wandten sich über 60 israelische Intellektuelle mit einer “Gewissenserklärung” an den Staat und den Jüdischen Nationalfonds. Darunter befanden sich die Schriftsteller Amoz Oz, Abraham B. Yehoshua, David Grossman, Yehoshua Sobol, der Rabbiner Arik Ascherman und viele andere bekannte Namen. Sie appellieren an die Adressaten, die bisherige Politik [zur Entwicklung des Negev] „zu stoppen und zu überdenken und eine gemeinsame Lösung mit den Beduinen des Negev zu suchen“ (Anzeige in der Zeitschrift Haaretz 13.9.10) . Einen Monat später wandten sich über dreißig Organisationen in Israel, darunter die „Ärzte für Menschenrechte“, „Rabbiner für Menschenrechte“, „Amnesty Israel“, mit einem Offenen Brief an die Führung des Jüdischen Nationalfonds mit dem Aufruf, „Beendet die Enteignung der Beduinen“.ii

Wie das Dorf Al-Arakib sind auch die umliegenden Dörfer im nördlichen Negev in der Umgebung von Beersheva von Zerstörung und Zwangsumsiedlung bedroht. Der sogenannte Prawer-Plan, dem der israelische Ministerrat im September 2011 zustimmte, sieht die Zwangsumsiedlung von ca. 30.000 Beduinen innerhalb der nächsten Jahre vor, um für weitere Waldanlagen und jüdische Siedlungen Platz zu schaffen. Zum Teil ist der Plan schon umgesetzt worden. Allein im Jahre 2011 sind laut Adalah, einer Vereinigung israelisch-palästinensischer Rechtsanwälte, mehr als 1000 beduinische Wohnstätten zerstört worden. In einer am 5.7.2012 von der Fraktion der Progressiven Allianz der Sozialdemokraten vorgebrachten Resolution verurteilt das Europäische Parlament die Zerstörungen und Zwangsumsiedlung und fordert eine Rücknahme des Prawer-Plans.iii

Im Gebiet des nördlichen Negev liegt auch der “Wald der deutschen Länder”. Die Initiative zu den Baumpflanzungen ging zu Beginn der neunziger Jahre von dem damaligen Ministerpräsidenten NRWs und späterem Bundespräsidenten Johannes Rau aus. Sie fand seitdem viele Unterstützer aus dem politisch-öffentlichen und privaten Bereich und wächst immer weiter an. Ein Erholungspark in einem kargen Gebiet sei eine schöne Sache für alle Israelis und Spenden für Bäume ein ideales Geschenk für viele Anlässe, dachte man. So dachten auch die Vorstandsvertreter der SPD, die im November 2012 zu einer Baumspendenaktion aufriefen. Dr. Awad Abu Freih, dessen Vorfahren auf diesem Land gelebt haben, sieht das anders. In einem unter „youtube“ veröffentlichten Videofilm erklärt er, “Ich bin sicher, wenn meine Freunde in Deutschland wüssten, dass sie mich von diesem Ort verbannen, indem sie die historische Erinnerung an mich und meine Familie auslöschen, dann würden sie dem nicht zustimmen; wenn sie um die historische Wahrheit wüssten, dann wären sie nicht so schnell bereit für einen Wald zu spenden, der die Geschichte und Erinnerung an mich und meine Familie auslöscht und stattdessen eine neue Geschichte gestaltet.”

Eine neue Geschichte hat an vielen Orten der über 500 zerstörten palästinensischen Dörfer Gestalt angenommen. Einer der größten Parks, der sogenannte “Canada-Park”, errichtet vom Jüdischen Nationalfonds über den Ruinen der Dörfer Imwas, Yalu und Bejt Nuba, ist kein Einzelfall. In vielen Park- und Waldanlagen bedecken schnellwachsende Koniferen und schöne Freizeiteinrichtungen planierte palästinensische Häuser, Obst- und Olivenhaine, fruchtbare Weizenfelder. Hinter dem „ökologischen Motiv“, das der JNF für seine Projekte vorgibt, stecke ein weiteres Bemühen, „die Naqba zu negieren und die enorme Größe der palästinensischen Tragödie zu verbergen“, schreibt der israelische Historiker Ilan Pappe (Die ethnische Säuberung Palästinas). Kenntnisse über die „Naqba“ ('Katastrophe' [Flucht und Vertreibung der Palästinenser aus dem ehemaligen britischen Mandatsgebiet])sieht die israelische Organisation “Zochrot” ('Erinnerung') als Voraussetzung für Frieden und Versöhnung an. Mit Dokumentationen, Führungen, Aufstellen von Hinweisschildern an ehemaligen palästinensischen Orten versuchen Mitglieder von Zochrot, die Erinnerung wach zu halten und zu stärken.

Zum jüdischen „Neujahrsfest der Bäume“ am 26.1. dieses Jahres schreibt die in Kalifornien beheimatete und weltweit agierende Organisation „Jewish Voice for Peace“, „Während wir die hohe Aufmerksamkeit würdigen, die unsere Tradition für Bäume pflegt, können wir die Fakten nicht ignorieren: Tausende und Abertausende von Bäumen, die palästinensischen Familien gehörten, wurden entwurzelt, um Platz zu schaffen für noch mehr jüdische Siedlungen, und viele palästinensische Familien, und sogar ganze Dörfer sind zwangsumgesiedelt worden, um den 'Grünen' Projekten des Jüdischen Nationalfonds Raum zu geben.“

Mitglieder der SPD reagierten mit Unverständnis und Verbitterung über den Spendenaufruf an den Jüdischen Nationalfonds. Langjährige Mitglieder, die prinzipiell Baumspenden für Israel begrüßen, fragen: "muss es ausgerechnet der Jüdischen Nationalfonds sein? Warum nicht Zochrot, oder die 'Rabbiner für Menschenrechte' oder die vielen anderen Friedens- und Menschenrechtsorganisationen, die es in Israel gibt?” Die Sozialdemokratische Partei wird sich gut über Wege der Unterstützung Israels beraten müssen, damit sie ihrem Prinzip der “sozialen Gerechtigkeit” treu bleibt und der Ruf nicht etwa laut wird, “Say Goodbye to the SPD”.

 

 

ihttp://www.kkl.org.il/eng/about-kkl-jnf/kkl-jnf-id/jewish-people-land/

iihttp://bedouinjewishjustice.blogspot.de/2010/10/open-letter-to-jewish-national-fund.html

iiihttp://www.haaretz.com/news/diplomacy-defense/european-parliament-condemns-israel-s-policy-toward-bedouin-population-1.449687

 

Ein Held, der aus seinem Feind einen Freund macht

- Zu den Weisheitssprüchen des „Rabbi Natan“ -

(erschienen in Jüdische Zeitung, Dez 2012)

Wenige Tage ist es her, da man wieder des Todestags Jizchak Rabins gedachte. In die Lobeshymnen für den von einem rechtsradikalen Israeli Ermordeten mischten sich auch kritische Stimmen. War er wirklich „der Mann des Friedens“, jemand, der „aus seinem Feind einen Freund“ macht?

Bill Clinton, der ehemalige Präsident der Vereinigten Staaten, muss das geglaubt haben; zumindest 1994 als Gastgeber des israelischen Ministerpräsidenten und des jordanischen Königs Hussein. Clinton bezeichnete damals, vor der Unterzeichnung eines „Grundsatzabkommens“ im Weißen Haus seine Gäste als „visionäre Staatsmänner“ und er schloss seine Begrüßungsrede mit einem Weisheitsspruch aus dem Talmud ab. „Der Talmud lehrt uns, ‚jener ist ein Held, der aus seinem Feind einen Freund machen kann.’ Vor uns stehen heute Freunde, und Helden.“

 Wo fand der „Talmudgelehrte Clinton“, bzw. sein Berater, im umfangreichen talmudischen Werk diesen Ausspruch? Vielleicht musste er gar nicht suchen. Vielleicht ist ihm in Erinnerung geblieben, dass dieser Ausspruch schon einmal bei einem Friedensabkommen auf US-amerikanischem Boden gehört wurde, nämlich bei den durch Amtsvorgänger Jimmy Carter vermittelten Rahmenabkommen, unterzeichnet von dem israelischen Ministerpräsidenten Begin und dem ägyptischen Präsidenten Sadat. Hier in Camp David war es Begin, der auf den Spruch hinwies: „In der jüdischen Tradition gibt es die Lehre, dass der größte Verdienst eines Menschen ist, aus seinem Feind einen Freund zu machen.“ Vielleicht hatte Bill Clinton auch eine der neueren übersetzten Einzelausgaben des Awot de-Rabbi Natan zu Hand gehabt, in der sich der zitierte Ausspruch im 23. Kapitel leicht finden lässt. Im Gesamtwerk des Talmuds hätte er etwas Schwierigkeiten gehabt. In traditionellen Talmudausgaben findet sich der Traktat Awot de-Rabbi-Natan mit dem genanten Ausspruch außerhalb der kanonisierten Traktate unter den „Kleineren Traktaten“, in übersetzten Ausgaben fehlt er oft ganz. Wie kommt das über Jahrhunderte gelesene Werk zu seinem talmudischen Schattenplatz? Gab es Streitigkeiten unter den Herausgebern? War man sich eher Feind als Freund?

 Mit der Schrift Awot de-Rabbi Natan sind viele mysteriöse Fragen verbunden, die bis heute nicht klar und eindeutig beantwortet werden können. Wie ist ihr Verhältnis zu dem verwandten Traktat Pirke Awot, ‚Sprüche der Vater’, der in das Basiswerk des Talmuds, der Mischna, aufgenommen wurde? Wann wurde das Werk verfasst oder herausgegeben? Wer ist sein Herausgeber?

Was wir mit Sicherheit sagen können, ist, dass Rabbi Natan weder der Verfasser noch der Herausgeber des nach ihm benannten Traktats ist. Zu verschieden ist der Charakter der in ihm enthaltenen Schriftstücke, die aus verschiedenen Quellen und Zeiten zu stammen scheinen und die überdies Persönlichkeiten benennen, die erst nach jenem Rabbi Natan gelebt haben, der im zweiten Jahrhundert n.d.Z. Stellvertreter des Patriarchen und Vorsitzender des Obersten Gerichtshofs in Palästina war. Rabbi Natan soll auch an der Redaktion der Mischna in erheblichem Maße beteiligt gewesen sein. Doch gilt der jüngere Patriarch, Rabbi Jehuda ha-Nassi als der Endredaktor dieser ersten umfangreichen Gesetzessammlung.

In diese Sammlung also ist Pirke Awot, obwohl kein einziges Gesetz enthaltend, , als Traktat der Mischna aufgenommen. Es handelt sich um eine Sammlung von Weisheitssprüchen hervorragender Toragelehrter, die vor allem die ethischen Anschauungen des pharisäisch-rabbinischen Judentums vermitteln. Dagegen bereitet die Charakterisierung des Awot de-Rabbi Natan große Probleme. Es gibt wohl keine rabbinische Literaturgattung, die nicht schon für dieses rätselhafte Werk vorgeschlagen wurde. Die einen sprechen von einem Kommentar zur Mischna, einer Art Gemara, andere von Tosefta oder Baraita, wieder andere sehen in ihm einen Midrasch. Es würde zu weit führen, die einzelnen Gattungen zu erläutern. Aber woher kommt die Verwirrung, die Unstimmigkeit? Vielleicht hilft hier ein kurzer Vergleich dieser beiden Sammlungen „der Väter“.

Pirke Awot führt eine Reihe von Namen weiser Toragelehrter auf, denen ein Weisheitsspruch zugeordnet ist. Die Sprüche werden nicht als vereinzelt stehende Aphorismen präsentiert, sondern inhaltlich und chronologisch verbunden. Gelegentlich werden die Hinweise zu einer ethischen Lebensführung gegenüber Gott, den Mitmenschen und sich selbst mit einem kleinen Kommentar versehen oder durch einen Bibelvers untermauert. Ein Beispiel aus Pirke Awot, vierter Abschnitt:

Ben Soma sagt: Wer ist weise? Wer von jedermann lernt; denn es ist gesagt (Psalm 119,99): Von allen, die mich belehrten, habe ich Einsicht erworben, denn dein Zeugnis finde ich im Gespräch. Wer ist ein Held? Wer seine Leidenschaft bezwingt; denn es ist gesagt (Sprüche 16, 32) ...

 Der gleiche Text ist in Awot de-Rabbi Natan enthalten. Hier aber gibt es Ergänzungen, darunter findet sich der Spruch, der viel zitiert wurde, eben auch von Staatsmännern. Awot de-Rabbi Natan fügt hinzu,

Und einige sagen, es ist jemand, der aus seinem Feind einen Freund macht.

Wer aber sind „Einige“? Nach einer talmudischen Erzählung hat zwischen Rabbi Natan und dem Patriarchen Schimeon Ben Gamaliel, dem Vater des Rabbi Jehuda Ha-Nassi und Endredaktor der Mischna, ein Zerwürfnis bestanden, in dessen Folge Rabbi Natan seinen Vorsitz im Sanhedrin, dem Obersten Gerichtshof verlor. Später wurde er wieder aufgenommen, aber seine Lehrmeinungen sollten nur noch anonym weitergegeben werden. Anstatt „Rabbi Natan“ solle gesagt werden, „Manche meinen“. Wenn auch die historische Glaubwürdigkeit der Erzählung angezweifelt wird, ist es durchaus denkbar, dass der viel zitierte Spruch von Rabbi Natan stammt. Letztlich bleibt die Frage unbeantwortet, genauso wie die nach dem oder den Herausgebern dieser Sammlung.

Vielleicht kann eine Analyse des Inhalts klärend beitragen. Im Ganzen gesehen setzt sich Awot de Rabbi Natan folgendermaßen zusammen: Das Werk enthält einen großen Teil der Weisheitssprüche aus Pirke Awot, die durchweg mit einem weiteren Kommentar versehen sind. Zusätzlich sind in dem Werk Sprüche aufgenommen, die nicht in Pirke Awot enthalten sind und darüber hinaus Geschichten über biblische Gestalten und über einige Weise, wie Rabbi Aqiba oder Rabbi Jochanan Ben Sakkay. Dabei handelt es sich bei den längeren Geschichten über die Weisen um eine völlige Neueinführung eines literarischen Genres in die jüdische Literatur, aus der unterschiedliche Anschauungen unter den Herausgebern der beiden verwandten Werke am ehesten sichtbar werden. In Awot de-Rabbi Natan wird dem Torastudium eine größere Bedeutung beigemessen und auch ein erfolgreiches Studium im Alter anerkannt. Während sich Pirke Awot an Individuen richtet, ist Awot de-Rabbi Natan vornehmlich an die Gemeinschaft Israel adressiert. Während Pirque Awot dem individuellen Lehrer oder Schüler durch gute Lebensführung ein Leben in der jenseitigen Welt verspricht, erscheint die kommende Welt des Awot de-Rabbi Natan diesseitsgerichtet.

Anders als Pirke Awot hält Awot de-Rabbi Natan konsequent die richtige chronologische Reihenfolge in der Aufführung der Weisen nach ihren Lebensdaten bei. Es fehlen hier die Sentenzen des Patriarchenhauses, Rabbi Jehuda Ha-Nassi und seiner direkten Vorfahren. In der Endausgabe des Patriarchen erscheinen sie eingeschoben zwischen den Aussprüchen der beiden großen Gelehrten Hillel und Jochanan ben Sakkaj. Nur Schimeon Ben-Gamaliel, der Vater und Vorgänger des Patriarchen, findet in Rabbi Natans Awot Erwähnung mit dem Schuldbekenntnis seines sündhaften Stolzes. Die Auswahl der Beiträge in den verwandten Ausgaben lässt eine Polemik zwischen den Gelehrtenhäusern erahnen; eine Polemik, der sich in den vergangenen Jahrhunderten nicht sonderlich gewidmet wurde, - war doch der Patriarch, Rabbi Jehuda ha-Nassi, in voller Würdigung seiner Autorität auch nur „Rabbi“ genannt, und der den Beinamen „der Heilige“ erhielt, der Redaktor der Mischna, dem angesehensten Werk des Judentums nach der Bibel. Wer diese Autorität kritisiert, rührt möglicherweise auch an dem von seinem Hause niedergelegten ideellen religionsgesetzlichen Gerüst des Judentums, der Halacha.

Und dennoch hat es immer Stimmen gegeben, wie auch der Talmud bezeugt, die sich kritisch zu Jehuda ha-Nassi äußerten. Der Patriarch war ein äußerst wohlhabender Aristokrat, der intensive Anstrengungen unternahm, seine Machtstellung innerhalb des politischen Judentums zu stärken. Mit dem archaischen Titel „Nassi“, 'Fürst' hielt er für seine Anhänger den Glanz vergangener Zeiten mit einem jüdischen Staatswesen aufrecht. Politisch arrangierte er sich mit Rom. Der Reichtum und die politische Ausrichtung des in Galiläa waltenden Aristokraten dürfte nicht allen Bewohnern des geplagten Judäas gefallen haben.

Erstaunlich ist, dass der auf ein Nebengleis gestellte Traktat Awot de-Rabbi Natan jahrhundertelang seine Beliebtheit bewahrt hat. Er wurde immer und immer wieder abgeschrieben. Das hat dazu geführt, das heute neben der erstmals gedruckten Ausgabe von 1550 viele uneinheitliche Fassungen als Manuskript vorliegen. Forscher sahen sich veranlasst, durch Textvergleich einer möglichen Urfassung der Sprüchesammlung auf die Spur zu kommen. Das ist nicht gelungen. Eher überwiegt der Eindruck, dass aus einer Fülle von tradierten Texten unterschiedliche Redaktionsprozesse entstanden sind. Nicht in allen Redaktionen ist „unser“ Weisheitsspruch zu finden.

Trotz aller ungelösten Rätsel hat sich mit Awot de-Rabbi Natan ein Werk mit einem großen Reichtum an homiletischem, biografischem, historischem und legendärem Material erhalten. Sein Studium kann uns eine für seine Entstehungsgeschichte ausschlaggebende Epoche – die Zeit der Aufstände, Rivalitäten, Hungersnöte, messianischer Erwartungen und Kriege mit Hunderttausenden an Toten - in seiner Tragik und Traurigkeit lebendig werden lassen. Und sie kann helfen, die Folgegeschichte mit ihrer Tendenz zu Festsetzung und Vereinheitlichung aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Seine Lehrsprüche sind lebendig geblieben und einer der am meisten zitierten ist der mit der Frage nach dem Helden („gibor“), der aus seinem Feind („sson'o“,' ihn Hassenden') einen Freund („ohawo“, 'ihn Liebenden') macht.

War Jizchak Rabin ein solcher Held? Er war gewiss ein Held, indem er den ihn bedrängenden Strömungen politischer und religiöser Fanatiker kurz vor seinem Tod widerstand und die Warnungen des Sicherheitsdienstes zu einem möglicherweise bevorstehenden Attentat ignorierte. Die Frage des „Rabbi Natan“, an die Gemeinschaft Israels gerichtet, ist lebendig geblieben. Zum Beispiel bei den Rabbinern für Menschenrechte, die den Zweig des Ölbaums hochhalten als - so Rabbiner Arik Ascherman - „ein Symbol der Identifizierung mit jenen Israelis und Paläsitinensern, die alles in ihrer Macht Stehende für einen Wandel tun um - nach Pirke Awot de-Rabbi Natan - aus Feinden Freunde zu machen.“ Die Hoffnung bleibt.

Mit Macbeth in den Untergang?

- Wie Freunde und Feinde Israels dazu beitragen, die Katastrophe herbeizuführen -

(erschienen in Jüdische Zeitung, Nov 2012; eine englische Fassung in Tikkun, Nov 2012)

Macbeth, der schottische Edelmann, wird zu Beginn der Shakespeareschen Tragödie als ein Mensch mit widersprüchlichen, aber überwiegend positiven Eigenschaften vorgestellt: Er ist mutig, sensibel, nobel, loyal. Aus einer möglicherweise falsch verstandenen Vision heraus - drei Hexen prophezeien die Königskrone für Macbeth - begeht er den ersten schwerwiegenden Fehler. Um diesen zu verdecken, erfolgt der zweite, der dritte. Alle folgenden Rechtsbrüche dienen der Verdeckung der vorangegangenen. Er mordet, lässt morden, verbreitet Lügen und beordert Spione in die Häuser anderer Regenten. In diesem verzweifelten und paranoiden Zustand sieht er sich von allen Seiten von Feinden umgeben. Je verzweifelter die Lage für Macbeth wird, desto größer ist der Verlust des moralischen Empfindens. Es scheint für Macbeth kein Zurück zu geben. Er muss weiter töten, bis er selber im Kampf mit dem Feindbild getötet wird. Mit Laubzweigen des nahen Waldes getarnt nähert sich das feindliche Heer der Burg Macbeths und erfüllt eine weitere Vision der Hexen: der Wald von Birnam bewegt sich – auf Macbeths Untergang zu.

Eine Vision steht auch zu Beginn der ersten zionistischen Einwanderungen nach Palästina: Eretz Israel. Mit der Vision des Landes verbunden ist die Hoffnung, nach Jahrhunderten der Verfolgung und grausamer Pogrome endlich unbehelligt leben zu können und einer Beschäftigung nachzugehen, die den jüdischen Einwanderern in ihren Herkunftsländern untersagt worden war, beispielsweise die Betreibung der Landwirtschaft. Die neuen Siedler des Landes begehen einen verhängnisvollen Fehler: Sie schließen die arabische Beteiligung von der Bewirtschaftung aus. Die arabischen Bauern, die bis zum Verkauf durch Großgrundbesitzer das Land als Pächter bestellt hatten, sehen sich nicht nur ihrer Erwerbsquellen beraubt, sie sehen auch eine fremde Mentalität in immer größer werdender Zahl in das Land eindringen. Sie wehren sich mit Angriffen. Gegenangriffe der Eingewanderten erfolgen. Die ersten Fehler werden nicht erkannt oder (bewusst?) ignoriert.

Das Ausmaß der Übertretungen vergrößert sich. Noch vor der Staatsgründung werden arabische Dörfer vernichtet. Während des Krieges von 1948 setzen sich Vernichtungs- und Vertreibungsaktionen fort. In den Aufbaujahren werden Spuren der Vernichtung beseitigt, Parkanlagen und Wälder entstehen über den Stellen vernichteter arabischen Dörfer und Landgüter. Die Verdeckung vorangegangener Fehler lässt Propagandalügen entstehen. Israel sieht sich von Feinden umgeben, zum Töten gezwungen, lässt töten ... Israel als Verkörperung der Macbeth-Figur?

Israel ist nicht Macbeth. Wenn überhaupt die Mythosfigur sich auf Staatswesen übertragen lässt, wäre die Festlegung auf das eine Wesen Israel nicht gerechtfertigt. Was aber lockt den Vergleich hervor, der sich nachsagen lassen muss, einseitig zu sein?

Den vergleichenden Betrachtungen zwischen Israel und Macbeth können Ähnlichkeiten und Unterschiede entnommen werden, die richtungweisend für einen Weg aus dem mit Israel verbundenen Nahost-Dilemma sein können. Wie der mythischen Figur fehlt es auch Israel an weisen beratenden Freunden. Schlecht geschützt ist Israel, stellt der Rabbi von Bacharach in Heines gleichnamigem Romanfragment fest: »Falsche Freunde hüten seine Tore von außen.« Die angeblichen Freunde helfen mit, Israel mit einem Waffenarsenal gefährlichen Ausmaßes zu bestücken. Die Waffenlieferungen mögen geeignet sein, das Gewissen ›historischer Schuld‹ zu besänftigen, aber sie beseitigen nicht die Angst des Empfängers, der sich von Feinden umgeben sieht. Die Angst wird zusätzlich genährt durch die Vorstellung, sich auf niemanden verlassen zu können. Die geschichtliche Erfahrung des Holocausts hat gezeigt, dass diese Angst nicht ganz unbegründet ist: Selbst nach Bekanntwerden des Ausmaßes der Gräueltaten war kaum ein Land bereit, die Gestrandeten aufzunehmen.

»Falsche Freunde« können auch jene Pro-Israel-Lobbyisten sein, Gruppen wie Individuen, die Israel uneingeschränkt Solidarität bekunden. Eine – möglicherweise aus einem Mitgefühl kollektiven Leids oder auch aus einer religiösen Ideologie erwachsene – Mentalität nach der Devise ›Egal was du machst, wir halten zu dir‹ kann den Weg in die Katastrophe beschleunigen helfen. Eine ebenso große Gefahr geht von Friedenswilligen aus, die sich der Durchsetzung von Recht und Gerechtigkeit verschrieben haben. Was zunächst paradox klingt, wird aus der Gefahr der immer stärker zunehmenden Polarisierung zwischen Israel-Unterstützern und Israel-Gegnern verständlich. Unter den Letztgenannten finden sich auch sogenannte ›Friedenskämpfer‹, nach Gerechtigkeit Strebende, die sich in guter Absicht die Zweige des Waldes von Birnam umgelegt haben, der in Shakespeares Drama das Ende Macbeths ankündigt. Wenn Aktionen zur Unterstützung einer Konfliktpartei nicht gleichzeitig von Gesprächen mit der anderen Seite begleitet werden, können sie zu einer Gefahr werden: Sie treiben die andere Konfliktpartei in die Enge und trotzen ihr möglicherweise eine unvernünftige Verteidigungshandlung ab.

Frieden kann nicht erkämpft werden, man kann sich ihm nur in ruhigen, geduldigen Schritten nähern. Der Weg zum Frieden setzt die Mühe voraus, auf die ›andere Seite‹ zuzugehen, den Mut, Fakten beim Namen zu nennen und die Empathie, mit dem Gegenüber gemeinsam nach Möglichkeiten zu suchen. Dies müsste auf allen Ebenen, der individuellen wie der politischen, recht bald geschehen; denn der Wald von Birnam nähert sich, und Macbeth, in seiner Angst, wird paranoid.

 Die zunehmende Polarisierung unter den Pro- und Contra-Gruppen hat wie auf der großen politischen Ebene zwischen Israel und Palästina eine Stufe der Eskalation erreicht, auf der Gespräche kaum noch wahrgenommen werden. Setzt sich diese Entwicklung ungehindert fort, wird sie bald die letzte Stufe im Konflikt-Eskalationsmodell erreicht haben: ›Gemeinsam in den Abgrund‹.

Judentum und der Staat Israel

  

   - Mit Macbeth in den Untergang? 
     Wie Freunde und Feinde dazu beitragen, die Katastrophe herbeizuführen (Okt. 2012)

   - Ein Held, der aus seinem Feind einen Freund macht.
     Zu den Weisheitssprüchen des Rabbi Natan. (Nov. 2012)

   - Das Bar Kochba-Syndrom (Dez. 2012)

   - Martin Buber und die Vision einer „Jüdischen Erneuerung“ (Dez. 2012)

   - "Say Goodbye to the Jewish National Fund" (Feb.2013)

   - Die Taktik des Schlamasel oder Defending the Holy Land.
     Eine Märchenfigur und eine wissenschaftliche Studie (Feb. 2013)

   - Die Eskalationstheorie
     und die jüngsten israelischen Auseinandersetzungen mit dem Gazastreifen (Feb. 2013)

   Die Geschichte vom Neuen Antisemitismus (Nov.2013)

   - Auge um Auge, "dann ist bald die ganze Welt blind" (Feb. 2014)

 

 

 

 

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  1. Das Bar Kochba-Syndrom