Rheinland-Pfälzischer Friedenspreis

                 Arbeitsgemeinschaft

       Friedensgruppen in Rheinland-Pfalz

 

          Grüße und Laudatio

                  bei der Verleihung des

        Rheinland-Pfälzischen

            Friedenspreises

                              an

 

   Frau Dr. Edith Lutz, Kall

 

                    am 29.Mai 2011

im Fürstensaal des Regino-Gymnasiums zu Prüm

während des Rheinland-Pfalz-Tages

 

Worte bei der Überreichung des Friedenspreises, Pfr. i.R. Wolfgang Kohlstruck:

Als eine Wahrheit, derer er so gewiss war, dass er sie dem Volk Israel seiner Zeit als Gottesowort sagen konnte, verkündet der Prophet Jesaja: Zukunft gewinnt ihr  "NICHT DURCH MACHT UND NICHT DURCH GEWALT; SONDERN DURCH MEINEN GEIST." Das ist der Geist der Gewaltlosigkeit.

 

Worte aus der Laudatio, Clemens, Ronnefeldt:

Eines der hoffnungsvollsten Friedenszeichen von palästinensischer Seite ist das gemeinsame Kairos-Dokument zahlreicher Kirchenvertreter, die im Dezember 2009 in ihrem Schrei der Hoffnung angesichts ihrer Hoffnungslosigkeit geschrieben haben:

4-3 Mit unserer Liebe werden wir das Unrecht überwinden und das Fundament für eine neue Gesellschaft für uns und für unsere Gegner legen. Unsere und ihre Zukunft gehören zusammen. Entweder wird der Zyklus der Gewalt beide Seiten vernichten oder der Friede wird beiden Seiten zugute kommen.

 

Worte aus der Dankesrede der Preisträgerin, Edith Lutz:

Das Jüdische Boot war als eine Brücke gedacht mit der Botschaft der Solidarität an die unter Besatzung lebenden Palästinenser und einer Botschaft der Unterstützung an Frieden und Gerechtigkeit suchende Israelis. Von dieser Brücke erging und ergeht der Ruf an die Regierungen, sich gegen Besatzung und Belagerung auszusprechen und entsprechend zu handeln.

Dr. Eyad Sarraj, der bekannte Psychiater eines Gesundheitszentrums in Gaza, schrieb in Erwartung der Ankunft unseres Bootes im September,

„Ich habe geholfen, andere Boote zu begrüßen, aber dieses ist das bedeutendste für mich, weil es eine solch wichtige Botschaft trägt. Es bringt uns und der Welt die Botschaft, dass diejenigen, die wir Palästinenser als unsere Feinde ansehen müssten, stattdessen als unsere Freunde ankommen, als Brüder und Schwestern, die mit uns die Liebe zu Humanität und das Bemühen um Frieden und Gerechtigkeit teilen. Ich warte gespannt darauf, ihnen die Hände schütteln zu können und sie in herzlicher Umarmung willkommen zu heißen.“

Irene, das kleine Friedensboot, ist in Gaza nicht angekommen. Es wurde kurz nach Erreichen der Gewässer von Gaza abgefangen und wird noch immer illegal in einem israelischen Hafen zurückgehalten. Aber seine Botschaft ist unterwegs nach Gaza, hat den Hafen erreicht und beginnt sich im Lande auszubreiten. Dazu half eine Fotocollage unseres Bootes, die ich mit Hilfe der Freunde des ermordeten Vittorio Arrigoni nach Gaza bringen konnte. Die symbolische Ankunft des Bootes wurde in Gaza von vielen Menschen begrüßt.

Es wird noch viel Arbeit nötig sein, bis ein jüdisches Friedensboot Gaza und seine Bevölkerung erreichen kann. Ich sehe es vor mir - in Anlehnung an eine mittelalterliche adventliche Choralstrophe - „geladen bis an den höchsten Bord“ mit Gegenständen der Kunst, der Musik und der Freundschaft; das Segel: die Liebe; der uns führende Geist: der Mast.